Frau Elektroda, die in der realen Welt auf den Namen Doda Rabczeweska mehr oder minder hört, ist eine Popsängerin und "Skandalnudel". Die 1984 geborene Schönheit begann ihren öffentlichen Weg in einem polnischen Big-Brother-Container. Erst einmal physisch der gestrengen und kamerabeobachtenden Umgebung entlassen, nutzte sie ihren Bekanntheitsgrad und stieß als Sängerin zu der Casting-Band "Virgin". Das war im Jahr 2000. Sieben Jahre später begann die Arbeit als Solopopsternchen. Ihre CD "Diamond Bitch" erhielt dreifaches Platin und ist damit äusserst erfolgreich.
Wer Doda nicht nur hören, sondern den Resonanzkörper ihres musikalischen Talentes betrachten möchte, dem sein Ausgabe 12/2005 des polnischen Playboy an das Herz gelegt. Frei aus dem Herzen spricht Doda meist auch in die Kamera. So bewies sie erst kürzlich (2009) ihr aussagekräftiges Talent für Buchbesprechungen: "Die Bibel ist super, wirklich geil, voller interessanter Geschichten. Ich frage mich nur, warum es darin keine Dinosaurier gibt. Ich bin ein sehr realistischer Mensch. Ich glaube nur, was ich mit eigenen Augen sehen kann. Daher fällt es mir schwer, an ein Buch zu glauben, das von einem besoffenen Weintrinker und Kiffer geschrieben worden ist."
In einem Land mit 38 Millionen Einwohnern und davon etwa 35 Millionen Katholiken wirkte diese etwas unbeholfene Interpretation des "Standardwerkes" eher plasphemisch als aufklärend. Jedenfalls hat Doda nun ein Auftrittsverbot bei TVP und mit dem bibeltreuen Politiker R. Nowak einen Fan weniger. Dieser erstattete Anzeige gegen Doda Elektroda. Die meisten Polen indes sind von den Äußerungen weniger beeindruckt als bibeltreue Politiker, die in konserativen Lagern auf Stimmenfang gehen.
Auf welchen Weg die polnische Gesellschaft ist, hat unlängst auch ein Madonna-Konzert gezeigt. Während Politiker und wenige konserative Bürger über den Konzerttermin (Mariä Himmelfahrt, 2009) wetterten und meinen, dass Madonna den katholischen Glauben verhöhne und die Gefühle religiöser Menschen verletze, hielt Bischof A. Dlugosz dagegen. Er erklärte, dass es keine Sünde sei, am besagten 15. August Vormittags in die Kirche zu gehen und Nachmittags auf ein Konzert der amerikanischen Popsängerin.
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