Polen Dies & Das Polnische Innenansichten in Steffen Möllers Viva Polonia

Polnische Innenansichten in Steffen Möllers Viva Polonia

Steffen Möller - Viva Polonia
Steffen Möller - Viva Polonia
Manche Deutsche verbinden mit Polen Autodiebstahl, Faulheit, streng gläubigen Katholiken oder verkappten Kommunisten.
In seinem Buch
Viva Polonia - Als deutscher Gastarbeiter in Polen räumt Steffen Möller auf 368 Seiten auf humoristische Art gründlich mit Vorurteilen gegenüber unserem Nachbarvolk auf und nimmt den Leser mit auf die Ergründung der "polnischen Seele". In über 50 Stichwortartikeln gewährt er informativ, prägnant, aber auch mit charmanter Ironie, einen Einblick in die Mentalität unseres vielen doch so unbekannten Nachbarn.

Steffen Möller kennt Polen, seine Wahlheimat, in der er seit 1994 lebt. Als Kabarettist avancierte er zu einem bekannten Star in Polen, unter anderem als „Stefan Müller“ in der Fernsehserie „M jak Milosz“ (auf Deutsch: „L wie Liebe“), wo er einen glücklosen deutschen Kartoffelbauern spielt, dem es einfach nicht gelingen mag, das weibliche Geschlecht von sich zu überzeugen. In der polnischen Comedy-Show „Europa da sie lubic“ (auf Deutsch: „Europa lässt sich mögen“) begeistert der 40-jährige die Polen allwöchentlich mit Witz und Ironie. Nicht wenigen Menschen in Polen gilt Steffen Möller als der bekannteste Deutsche nach Papst Benedikt.

Begonnen hat seine Leidenschaft für Polen im Jahr 1993 mit einem Sprachkurs in Krakau. Von da an interessierten den Philologen und Theologen die Menschen unseres Nachbarlandes und es zog ihn von Wuppertal nach Warschau. Zunächst sieben Jahre als Deutschlehrer tätig, betätigte er sich später als Kabarettist und Schauspieler.

2005 wurde der Autor für seine Verdienste um das deutsch-polnische Verhältnis mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Steffen Möller schildert das Land Polen und die Polen selbst aus seiner persönlichen Sicht in mehr als 50 Stichwörtern, die von „Aberglaube“ bis „Warschauer U-Bahn“ reichen. Mit den von ihm gewählten Stichwörtern eröffnet er dem Leser charmant-freundlich, aber auch mit Witz und Ironie, die Möglichkeit, sich in die polnische Wesensart hinein zu versetzen.

Viva Polonia führt in die Gedankenwelt der Polen ein und informiert unterhaltsam über ihre Traditionen und Bräuche. Steffen Möller bedient sich dabei unter anderem polnischer Gedichte und Lieder, geht aber auch auf „Polenwitze“ und – mit gekonnter Selbstironie – auf „Deutschenwitze“ ein. Und so ganz nebenbei lernt der Leser nicht nur die polnische Mentalität kennen, sondern erfährt auch einiges über uns Deutsche.
Nicht alle Vorurteile räumt das Buch aus dem Weg. Witze über Papst Johannes Paul II. sind in Polen tabu, da der katholische Glaube als Teil der „polnischen Seele“ intensiv praktiziert wird. Ganz praxisnah lernen wir augenzwinkernd den Umgang mit polnischen Verkehrspolizisten oder erfahren Tipps für Gespräche mit Geschäftspartnern.

Ergänzend informiert Steffen Möller über die 15 bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Polens. Wohlgemeinte Ratschläge für deutsch-polnische Ehepaare hält der Autor mit seiner „Liste des polnischen Hochzeits-Aberglaubens“ bereit. In „sieben Regeln für eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion“ formuliert er auf humoristisch-satirische Weise seinen Leitfaden für den politischen Dialog zwischen Deutschen und Polen.

Viva Polonia
eignet sich bestens, die "polnische Seele" zu erkunden und macht Appetit auf eine Begegnung mit unserem Nachbarland. Steffen Möller lädt auf seine ganze persönliche Weise in seinem kurzweiligen Buch dazu ein, Polen und seine Menschen kennen zu lernen – in all ihren Facetten und Eigenheiten. Einfühlsam und unterhaltsam zeigt er dabei Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Polen und Deutschen auf und setzt sich humoristisch auch mit den gegenseitigen Klischees und Vorurteilen auseinander. Angenehm behutsam lehrt „Viva Polonia“ uns Deutschen, unser Nachbarvolk zu verstehen und zeigt uns konkrete Wege auf, wie der gegenseitige Umgang problemloser vonstatten gehen kann.

Viva Polonia: Als deutscher Gastarbeiter in Polen von Steffen Möller, erschien 2008 im „Scherz Verlag“ (Frankfurt am Main) und ist im Buchhandel für 14,90 € erhältlich.
Kommentare
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Karl-Heinz Tonnius  - muß wohl ein anderes Polen sein   |2010-09-24 14:13:36
Sehr geehter Herr Möller, ich lebe seit ca.4 Jahren ständig in Polen.(Muß ein anderes Polen sein! Hier einige Vorschläge für einen Sketch:1. Ich zahle volle Beiträge an die deutsche Krankenkasse und hier in Polen noch mal beim "Arzt" CASH und fast 100 % für Medikamente. 2. Meine Frau bokommt ca.
500 PLN Rente, weil z.B. die Tschechei nicht in der Lage ist Arbeitszeiten zu belegen. Wir haben ca. 12 Jahre eine sogenannte Agrar-Versicherung eingezahlt, mit der Erwartung einer kleinen Rente für meine Frau. Sorry, das Gesetz wurde geändert,(Hälälä) eben polnisch. 3. Bei der Anmeldung zum Gasanschluß mußte meine Frau ca. 2 Std. warten, bis sich Büroflitsche herab ließ
die notwendigen Formulare zu erstellen.
Die Bitte meiner Frau auf einen Toilettenbesuch wurde ihr verweigert mit
dem Hinweis (ist nur für Angestellte im
Haus. Es muß wohl 2 Polen geben !! Sie in einem anderem (Vielleicht muß man erst VIP sein, um in dem einen Polen zu leben?) Ich könnte noch stundenlang weiter machen, aber das dürfte sie auch nicht interessieren. 4. und wichtigster Sketch: Mit Cash und Geschenke gehts etwas besser, ist aber immer noch schlimm genug. Grüße an das "andere Polen"
Elisabeth  - - muß wohl ein anderes Polen sein   |2011-10-17 14:50:17
Hallo Herr Tonnius,

es scheint, Sie sind etwas zornig. Aus Ihrem Beitrag ist zu erlesen, dass - Zitat: "...500 PLN Rente, weil z.B. die Tschechei nicht in der Lage ist Arbeitszeiten zu belegen." Was hat das mit Polen zu tun? Es scheint an der Tschechei zu liegen, oder habe ich etwas falsch verstanden?
Ebenso verstehe ich den Ausdruck: "Büroflitsche" nicht. Was bedeutet dieser Ausdruck?
Wie dem auch sei - meistens ist es so, dass das Sprichwort stimmt: "Wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es zurück".
Ich habe in Polen nur gute Erfahrungen gesammelt und ich bin sicher kein VIP :-) Ich mag das Land und die Menschen dort. Werde auf jeden Fall wieder hin fahren und viele meiner Bekantnen auch.
Gruß und schöne Zeit.
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