Polen Polen & Deutsche Rundfunk und Fernsehen in Polen und Deutschland

Rundfunk und Fernsehen in Polen und Deutschland

TVP - "Telewizja Polska"

Um gleich eines vorweg zu nehmen: TVP ist nach deutschem Verständnis kein "öffentlich-rechtliches" Fernsehen, sondern Staatsfernsehen. Der polnische Sender mit seinen 2 Vollprogrammen und mehreren Spartenkanälen (z.B. Kultur, Sport, Geschichte) hat ein "politisches Problem".

Seit der Wende 1989/1990 ist TVP von allen Parteien als Machtapparat von Interesse und der institutionelle Aufbau des Senders vereinfacht die politische Einflussnahme. Nach jeder Wahl versucht die jeweilige Regierungspartei die Führungspositionen des Senders mit interessensnahen Managern zu besetzten. So vergab der Wahlgewinner Jaroslaw Kaczynski mit seiner Partei PiS ("Recht und Gerechtigkeit") 2005 wichtige Senderpositionen unter
anderem an seinen Koalitionspartner LPR ("Katholisch-nationalistische Liga polnischer Familien"). Diese beriefen den extrem nationalistischen Publizisten Piotr Farfal zum Senderchef.  Der amtierenden Regierung unter Donald Tusk (PO, "Bürgerplattform") gelang es bislang nicht, diese Machtverhältnisse innerhalb TVPs zu verändern. Allerdings wird mehr und mehr öffentliche Kritik an dem TVP-Chef Farfal wie auch der unverhohlenen Politisierung TVPs laut. Der europäische Kulturkanal arte setzte aufgrund des nationalistischen Farfal die Zusammenarbeit mit TVP aus
TVP ist von der Rechtsform her eine Aktiengesellschaft. Der polnische Staat hält 100 % des Unternehmens und finanziert es.

ÖRR in Deutschland

Aufbau und Struktur der öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland gehen auf die Alliierten zurück. Nach dem die Nationalsozialisten den Rundfunk vor und während des Zweiten Weltkrieges für ihre Zwecke missbraucht haben, sollte eine zukünftige politische Einflussnahme verhindert oder zumindest sehr erschwert werden.

Dies wurde durch einen spezifischen formellen und institutionellen Aufbau der öffentlich-rechtlichen Sender erreicht. Ein Kernpunkt hierbei ist die Form der Finanzierung: jeder Rundfunkteilnehmer entrichtet monatlich eine Gebühr für die Nutzung seiner vorhandenen Medienapparate (PC, Radio, TV). Damit werden die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland nicht vom Staat, über Steuern oder der jeweiligen Regierung finanziert, sondern von den Bürgern selbst. So können die Sender unabhängig innerhalb ihres Senderauftrages agieren.

Die Höhe der Rundfunkgebühren werden von der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) geprüft und vorgeschlagen. Die KEF besteht aus 16 unabhängigen Sachverständigen der Wirtschaftsprüfung, Rundfunkrechts, Betriebswirtschaft, Medienwissenschaft, Rundfunktechnik und des Landesrechnungshofes.
 

Kommentare
Neuer Kommentar
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Website:
Titel:
Please input the anti-spam code that you can read in the image.

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."